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Fairtrade Gold – Unser Engagement für die Menschen und die Umwelt

Fairtrade Gold

Fairtrade setzt sich für den Schutz von Mensch und Umwelt im kleingewerblichen Bergbau ein. Damit die Minenarbeiter ihre wirtschaftliche und soziale Situation aus eigener Kraft nachhaltig verbessern können. So verleiht Fairtrade-Gold doppelten Glanz – den Schmuckstücken und den Menschen dahinter.

Wir sind seit dem 1. Juni 2015 als erste Goldschmiede der Schweiz für den Einkauf und Verkauf von Fairtrade-Gold lizenziert und werden entsprechend durch die Zertifizierungsorganisation FLOCERT unabhängig kontrolliert (FLO-ID: 32762). Unsere Zertifizierung können Sie hier prüfen.

Damit können wir die Rückverfolgbarkeit vom Abbau des Goldes bei den kleingewerblichen Goldminen bis zum fertigen Schmuckstück bei uns sicherstellen. Dies wird auf Wunsch mit dem Fairtrade Max Havelaar-Label auf dem Schmuck gekennzeichnet.

weitere Informationen unter www.maxhavelaar.ch/gold

Goldfarben

Gelb, Weiss, Rosé und Rot

Herkunft

Peru

 

Zertifikat

Fairtrade Gold Max Havelaar
Fairtrade Logo Max Havelaar

Warum Fairtrade Gold?

Um zu verstehen, weshalb fairtrade Gold eine wichtige Rolle im Goldmarkt spielt, müssen wir zuerst einige Fakten über Gold wissen. Alles Gold, was bisher abgebaut wurde, passt in einen Würfel von 22 x 22 Meter und macht eine Summe von 212’582 Tonnen aus. Davon wurden etwa 45% zu Schmuck und 22% zu Münzen und Barren verarbeitet. 17% werden von Zentralbanken gehalten und 15% wurden in anderen Anwendungen (Elektronik, etc.) verwendet.
Nachgewiesene Reserven belaufen sich auf 59’000 Tonnen (Stand 2023).

Goldbestand 2023
Goldherkunft 2023

Herkunft von Gold

Schätzungen zufolge stammen 80 % des abgebauten Minengoldes aus dem industriellen Großbergbau. Wir sprechen hier von multinationalen Konzernen, die in den Goldabbauländern grossflächig mit Hilfe von Maschinen Gold abbauen. 

20 % des Goldes im Umlauf stammt aus dem sogenannten Kleinbergbau. In Fachkreisen wird auch von ASM Gold gesprochen. Diese Abkürzung steht für “Artisanal & Small-Scale Mining”, also der handwerklich betriebene Kleinbergbau. 

Der Kleinbergbau ist demzufolge, mit einem Abbau von etwa 729 Tonnen im Jahr 2023, ein wichtiger Bestandteil, um die weltweite Goldnachfrage abzudecken.

Während zwar 80 % des Goldes im Großbergbau abgebaut werden, sind weitaus mehr Menschen im Kleinbergbau tätig. Weltweit arbeiten etwa 20 Millionen Menschen im Kleinbergbau, das sind 9 von 10 Minenarbeiter*innen. Schätzungen zufolge sind sogar etwa 150 Millionen Menschen vom Kleinbergbau abhängig. Diese Zahl inkludiert die Familien und andere vom Kleinbergbau betroffene Geschäftszweige.

Probleme beim Goldabbau

Es gibt viele Probleme und Auswirkungen des Goldabbaus. Hier werden aus unserer Sicht die wichtigsten aufgeführt:

  • Kaum Vorteile für die Bergbaugemeinden durch den Grossbergbau

    Der industrielle Grossbergbau ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor, der mehr als 80 % des weltweit abgebauten Goldes liefert. Die Arbeitsbedingungen werden zwar gut überwacht, aber die lokalen Gemeinschaften sind oft von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und profitieren kaum vom Abbau der wertvollen Edelmetalle.

  • Soziale Bedingungen im Kleinbergbau sind prekär

    Weltweit sind Millionen von Menschen direkt oder indirekt vom Kleinbergbau abhängig. Das macht den Kleinbergbau zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Regionen, in denen es kaum alternative Einkommensquellen gibt. Aufgrund fehlender Organisationsstrukturen werden die Arbeiter im Kleinbergbau jedoch vielerorts ausgebeutet und unterbezahlt.

    Die Arbeit in den Minen birgt lebensgefährliche Risiken für die Menschen, besonders wenn sie ungeschützt oder ungeschult agieren. Fehlender Umgang mit Dynamit führt häufig zu tragischen Unfällen, während unsichere Tunnel und der Einsatz schwerer Maschinen ohne adäquate Sicherheitsmassnahmen weitere Gefahren bergen.

    Die Bergarbeiter und ihre Familien sind gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, bedingt durch den Kontakt mit giftigen Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid, die bei der Gewinnung verwendet werden und langfristige Gesundheitsprobleme wie Atemwegsbeschwerden und neurologische Störungen verursachen können.

  • Umweltschädigung durch unverantwortliche Bergbauaktivitäten

    Goldbergbau stellt aufgrund seiner intensiven Landnutzung, des Einsatzes giftiger Chemikalien und der potenziellen Störung des Ökosystems eine erhebliche Bedrohung für die Umwelt dar.

    Jedes Jahr werden durch unverantwortlichen Bergbau 180 Millionen Tonnen Giftmüll produziert. Aufgrund mangelnder technischer Ausrüstung und fehlenden Wissens über die verheerenden Auswirkungen auf die Natur werden die Chemikalien nicht ordnungsgemäß entsorgt. Sie gelangen in Gewässer, aus denen Trinkwasser gewonnen wird, und vergifteter Fisch wird konsumiert.

Arbeiter
Giftmüll 180 Mio
Fairtrade Gold Eheringe von mojo design

Fairtrade Gold

Fairtrade-Gold stammt aus Betrieben des Kleinbergbaus, die nach dem Standard von Fairtrade International zertifiziert sind. Die Zertifizierung basiert auf strengen sozialen, arbeitsrechtlichen und ökologischen Anforderungen.

  • Merkmale

    In Zusammenarbeit mit Kommunen des Kleinbergbaus stellt Fairtrade-Gold sicher, dass hohe Anforderungen in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Arbeitssicherheit, Kinderarbeit, Frauenrechte sowie Umweltschutz eingehalten werden. Zertifizierte Betriebe erhalten zusätzlich eine Fairtrade-Prämie, die in die Entwicklung der Gemeinschaft sowie des Bergbaubetriebs investiert wird.

    Derzeit ist nur eine begrenzte Anzahl von Betrieben zertifiziert. Das verfügbare Angebot konnte die bisherige Nachfrage jedoch zuverlässig decken. Zertifizierung, Lizenzierung und regelmässige Audits führen zu höheren Kosten und damit zu einem höheren Goldpreis im Vergleich zu konventionellem Gold.

  • Vorteile

    Fairtrade ist eines der bekanntesten Zertifizierungssysteme weltweit. Dadurch sind die damit verbundenen Aussagen für Verbraucherinnen und Verbraucher häufig leichter nachvollziehbar als bei anderen Beschaffungsmodellen. Durch unabhängige Zertifizierungen und regelmässige Audits bietet der Standard eine glaubwürdige Grundlage für verantwortungsvolle Goldbeschaffung. Gleichzeitig fliesst eine Fairtrade-Prämie direkt an die Betriebe des Kleinbergbaus und ihre Gemeinschaften.

  • Einschränkungen

    Fairtrade-Gold bietet grundsätzlich ebenfalls eine nachvollziehbare Herkunft. Seine besondere Stärke liegt jedoch weniger in der Rückverfolgbarkeit einer einzelnen Mine als vielmehr in der direkten sozialen und ökologischen Wirkung vor Ort.

    Ein breiteres Angebot – etwa bei Schmuckkomponenten, Ketten oder Fassungen – befindet sich weiterhin im Ausbau. Das liegt jedoch vor allem an der bislang begrenzten Marktnachfrage und nicht an einer grundsätzlichen Einschränkung des Beschaffungsmodells.

    Zertifizierung, Lizenzierung und regelmäßige Audits verursachen zudem zusätzliche Kosten.